Sozialer Entwurf

Ich bin in Hamburg geboren und auch in diesem Umfeld aufgewachsen. Meine Mutter lebt nach wie vor in Hamburg, und so habe ich den Anschluss an diese schöne, grüne Stadt nie verloren. Im Oktober haben wir die Herbstferien genutzt um mit den Kindern in der Hansestadt einen Auszeit zu nehmen. Den Kindern ist das gut gelungen, ich aber habe fast jeden Tag gearbeitet. Als Selbstständiger ist das gar keine Frage: ich arbeite, wenn Arbeit da ist, und mache Pause und Erholung, wenn das nicht der Fall ist.

Einen Sonntag haben wir für einen Besuch im Museum für Kunst und Gewerbe genutzt. Lustigerweise war hier eine Ausstellung des Museums für Gestaltung aus Zürich zu Gast, und zwar zum Thema des Social Design. In der meiner Meinung nach sehr schön kuratierten Ausstellung waren zahlreiche Projekte zu sehen, bei denen Architekten, Handwerker, Geschäftsleute und viele andere Personen ihre soziale Verantwortung sehr ernst nehmen, und der Gesellschaft etwas Gutes tun möchten. Das Museum sagt selber über die Ausstellung:

Bewohnerfreundliche Städte, menschenwürdige Unterkünfte für Geflüchtete, nachbarschaftliches Gärtnern, Technikwerkstätten für alle, ein Webstuhl zur Existenzgründung, ein Solarkiosk oder ein mobiler Schlafwagen für Obdachlose: Immer mehr Menschen engagieren sich weltweit privat oder beruflich, weil sie etwas verändern wollen.

Die Ausstellung hat mich sehr berührt, zumal ich als Facilitator den Shift vom Ego-Sensing hin zum Eco-Sensing gerne und aktiv unterstütze, siehe Theorie U.

Ein Teil der Ausstellung war eine Initiative von Studenten der Hochschule für Bildende Künste aus Hamburg, die schon vor ein paar Jahren eine öffentliche Gestaltungsberatung ins Leben gerufen haben (Achtung: Seite nicht responsive). Diese hat mich als systemischer Architekt angesprochen, denn viele der Paradigmen dieser Beratung sind mir auch ans Herz gewachsen. Beispielsweise, dass hinter offensichtlichen Problemen oft verborgene liegen, oder das man zu Beginn erstmal das Problem erforschen sollte, bevor man mit Lösungen kommt.

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Genauso begeistert hat mich übrigens, dass die Rolle des modernen Museums auch die Auseinandersetzung mit kontemporären und hochaktuellen Themen ist. Aus meiner Kindheit verbinde ich das Museum immer noch mit Staub und Muff, und deswegen gehe ich eigentlich gar nicht gerne. Umso schöner war der gemeinsame Nachmittag mit den Kindern, die sehr interessiert waren und mir viele schlaue Fragen gestellt haben.

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