Hackathon Open Food Data

von Nicolas Bär

Vor einer Woche fand in der Markthalle in Basel der Open Food Data Hackathon statt. Überzeugt von der Idee, durch offene Daten neue Business Modelle zu erarbeiten, haben Daniel Takai und Nicolas Bär von den Silberrücken teilgenommen. Der Event wurde von Opendata.ch und Engagement Migros im Rahmen der Business Innovation food.opendata.ch lanciert und während zwei Tagen durchgeführt.

Pitches und Teambuilding

Der kritische Punkt zu Beginn des Hackathons sind die Pitches, welche einem ermöglichen, für seine Idee Teilnehmer zu begeistern. Nicht jeder kommt bereits mit einer fixen Idee, sondern man kann sich entweder einem Projekt anschliessen oder auch spontan einen Pitch zusammenbauen, falls man durch andere inspiriert wurde. Speziell an diesem Hackathon war die Vielzahl von spontanen Ideen, die guten Anklang fanden.

Da ich im Nachhinein mit meiner persönlichen Wahl nicht ganz glücklich war, suchte ich das Gespräch mit verschiedenen anderen Teilnehmern, um zu erfahren auf welcher Grundlage sie Projekte auswählen. Ich konnte dabei vor allem eine klare Unterscheidung feststellen: Entweder man hilft jemandem seine bestehende Idee als Prototyp umzusetzen oder man arbeitet hauptsächlich an der Ideenfindung. Natürlich hat dies ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Zusammenarbeit danach im Team.

Projekte

Während etwas mehr als 30 Stunden wurde an 7 Projekten gearbeitet. Die Projekte waren so unterschiedlich wie die kulinarische Auswahl in der Markthalle. Die perfekte Plattform, um sich mit Menschen auszutauschen, seinen Horizont zu erweitern und sich inspirieren zu lassen.

Antonio’s Kitchen Solution

Auf der Grundlage von historischen Daten zu Restaurantbesuchen, Reservationen, etc. wurde eine Predictive-App gebaut, welche die Anzahl Gäste für die nächsten Tage und Wochen prognostiziert. Das Ziel in diesem Projekt war, einerseits die Produktionskette inklusive Einkauf effizienter zu gestalten und andererseits eine Arbeitsplanung zu ermöglichen.

Food on Record

In diesem Projekt wurde untersucht, wie Ernährungsberater ihre Kunden beraten und wo der Einsatz von Software unterstützen könnte. Ein Mockup wurde erarbeitet, welche die Interaktionen und Informationen zusammenführt – von WhatsApp zu einer integrierten Plattform. Das Projekt hat aufgezeigt, dass wiederkehrende Tasks automatisiert werden können und sich Ernährungsberater so auf die wesentliche Kommunikation mit ihren Patienten konzentrieren können.

basel.farm

Landwirte rund um Basel würden am liebsten ihre Produkte direkt an Restaurants verkaufen, jedoch ist die Organisation von diesem Handel vor allem für Restaurantbetreiber schwierig. Diese müssen durch verschiedene Kommunikationskanäle herausfinden, welche Produkte in welchen Mengen bei welchen Höfen zu erwerben sind. basel.farm hat einen Prototyp für eine Plattform implementiert, welche diesen Austausch vereinfachen soll.

Berrychecker

Heute werden Produkte vor allem im Supermarkt gekauft und die Gesellschaft hat vergessen, welche Pflanzen in ihrer Umgebung wachsen und welche davon essbar sind. Im Projekt “Berrychecker” wurde ein Prototyp einer App für Kinder vorgestellt, mit der sie spezifische Pflanzen in ihrer Umgebung und Rezeptideen finden können. Die App zielt einerseits auf einen pädagogischen Einsatz, wie auch auf die Inspiration für eine ausgefallene Ernährung.

ZOE

ZOE verbindet verschiedene Daten der Fitness einer Person, Mahlzeiten und öffentliche Daten zu Rezepten und Bestandteilen von Lebensmitteln zu einem digitalen Ernährungsberater. Dabei fokussiert sich die Beratung auf eine optimale Abstimmung an den Lifestyle einer Person – gesund leben ohne Kompromisse.

GrabFast

GrabFast optimiert die Zeit, welche man in einem Einkaufszentrum verbringt, indem man von dem digitalen Begleiter in Form einer App durch die Einkaufsläden geführt wird. Das Projekt geht noch einen Schritt weiter in der vertikalen Integration und bietet vordefinierte Essenspläne an, welche das Einkaufserlebnis noch effizienter gestalten sollen. Da bleibt nur noch die Frage: Wohin mit der ganzen gewonnenen Zeit?

Soil Data Pool

Boden ist das Fundament unseres Ökosystems, insbesondere für Pflanzen. Daher ist es unverzichtbar, den Zustand unseres Bodens zu kennen. Das Projekt Soil Data Pool hat das Ziel einen Data Lake aufzubauen, um konkrete Aussagen zum Zustand der Böden in der Schweiz zu generieren. Der Lake soll als fundament für zukünftige Wissenschaft oder andere Interessensfelder in diesem Thema dienen.

Fazit

Ich freue mich bereits auf den nächsten Hackathon der opendata.ch zum Thema GAML (Galleries, Art, Museums and Literature). Abseits von Projekten im Rahmen von einem komplett zusammengewürfelten Team neue Ideen zu erschaffen, schnell Entscheidungen zu treffen, Kompromisse eingehen, sich in eine komplett neue Thematik einzudenken und eine vollkommen unrealistische Timeline einzuhalten, erfrischt den Geist.

Kommentar verfassen